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Sonntag, 29. Oktober 2017

Südtirol blickt auf Franzthaler

Die Familie von Franz Thaler besucht das Planetarium Südtirol und die Sternwarte Max Valier, um den Asteroiden Franzthaler zu beobachten. Auch die Astronomiegruppe des Cusanusgymnasiums Bruneck richtete ihren Blick zu dem nach dem Sarner benannten Kleinplaneten.

Im Dezember 2015 gewann das Planetarium Südtirol, den von der Internationalen Astronomischen Union ausgeschriebenen Wettbewerb #NameExoWorlds, bei welchem es darum ging für weit entfernte Sterne und Planeten neue Namen zu erfinden. Als Preis durfte das Planetarium Südtirol einen bis dato noch unbenannten Kleinplaneten in unserem Sonnensystem taufen. Seit Mitte Februar 2017 trägt nun der Asteroid „(6212) 1993 MS1“ den Namen „Franzthaler“. Ein interplanetares Denkmal, das den Südtiroler Buchautor Federkielsticker und KZ-Überlenden aus dem Sarntal für immer unvergessen macht.

Der Asteroid Franzthaler umkreist unsere Sonne im sogenannten Asteroidengürtel, zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Im Gegensatz zur Erde, die für einen Umlauf um die Sonne ein Jahr braucht, benötigt Franzthaler fast 4 Jahre. Da der Asteroid nur wenige Kilometer im Durchmesser hat - also vergleichsweise wenig Sonnenlicht reflektiert, und seine Entfernung zur Erde zwischen 270 und 560 Millionen Kilometer schwankt, bedeutet dies, dass Franzthaler freiäugig am Himmel nicht sichtbar ist. Mit geeigneten Teleskopen, einer Kamera und Beobachtung bei geringstem Erdabstand ist dies aber sehr wohl machbar.

Deshalb besuchten am Freitag, 20. Oktober Thalers Hinterbliebene das Planetarium Südtirol und die Sternwarte Max Valier, um sich auf die Suche nach dem himmlischen Felsbrocken ihres Vaters bzw. Opas zu machen. Im Planetarium Südtirol hielt der Mitarbeiter des Planetariums David Gruber eine kurze Einführung zum Thema Asteroiden und anschließend ging es zur Sternwarte, wo mit dem Amateurastronomen Romano Kohlmayer nach dem Asteroiden gesucht wurde. Obwohl am Vorabend die Generalprobe noch erfolglos verlief, lief bei der Kür am Freitag dann alles glatt und der Asteroid konnte mit der Spiegelreflexkamera, die ans Teleskop angeschlossen wurde, aufgefunden werden. Die Strichspur im Bild zeigt, dass sich der Asteroid während dutzender Aufnahmen durch das Bild bewegt hat, während die anderen Sterne konstant an gleicher Stelle blieben. Eine Videoanimation kann unter http://gph.is/2yTRufv aufgerufen werden.

Auch vier Mitglieder der Astronomiegruppe des Cusanusgymnasiums Bruneck beobachteten in Absprache mit David Gruber den Asteroiden Franzthaler am selben Abend mit Hilfe ihres Schulteleskops. Im Pustertal entstand somit ebenfalls eine Strichspuraufnahme des wandernden Himmelskörpers.

Im Jänner 2019 sind die Beobachtungsbedingungen für Franzthaler wieder optimal. Vielleicht sind dann noch mehr Augen auf den fernen Gedenkstein gerichtet, der an einen aussergewöhnlichen Menschen erinnern soll.

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