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Freitag, 17. Februar 2017

Franz Thaler für immer unvergessen

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Planetarium Südtirol tauft Kleinplaneten im Sonnensystem nach dem Südtiroler Autor und KZ-Überlebenden Franz Thaler.
 
Im Jahr 2015 hat das Planetarium Südtirol mit Erfolg beim “Name ExoWorld” Wettbewerb der Internationalen Astronomischen Union (IAU) teilgenommen. Bei diesem Wettbewerb ging es darum neue, treffende Namen für Planeten zu erfinden, die um weit entfernte Sterne kreisen. Der Namensvorschlag vom Planetarium Südtirol wurde in einer Online-Abstimmung mit den meisten Stimmen zum Sieger erkoren und als Preis durfte das Planetarium Südtirol einen Kleinkörper in unserem Sonnensystem taufen.
 
Seit 12. Februar 2017 trägt nun ein Asteroid, der bis dato als „(6212) 1993 MS1“ bekannt war den Namen “Franzthaler”, benannt nach dem Sarner Autor und KZ-Überlebenden Franz Thaler. Aus der Begründung geht hervor, dass Franz Thaler sich für das friedliche Zusammenleben der drei Sprachgruppen einsetzte und dass sein Buches “Unvergessen” zur Auseinandersetzung mit der NS-Zeit beitrug.
 
Der exakte Wortlaut, wie er im MINOR PLANET CIRCULAR der Division F der Internationalen Astronomischen Union zu finden ist (http://www.minorplanetcenter.net/iau/ECS/MPCArchive/2017/MPC_20170212.pdf) lautet:
 
(6212) Franzthaler = 1993 MS1
Discovered 1993 June 23 by M. Nassir at Palomar.
Franz Thaler (1925–2015) was an author from South Tyrol, Italy and a survivor of Dachau and Hersbruck. Thaler’s memoir, Unvergessen (Unforgotten), initiated the process of coming to terms with what happened during the Nazi era. He was a firm believer in the peaceful coexistence of the three ethnic groups living in South Tyrol.

 
zu Deutsch:
(6212) Franzthaler = 1993 MS1
Entdeckt am 23. Juni 1993 von M. Nassir  am Palomar-Observatorium.
Franz Thaler (1925–2015) war ein Südtiroler Autor und Überlebender der Konzentrationslager Dachau und Hersbruck. Thalers Memoiren “Unvergessen” trugen zur Auseinandersetzung mit den Geschehnissen während der NS-Zeit bei. Thaler glaubte an das friedliche Zusammenleben der drei Sprachgruppen in Südtirol.

 
Die Umlaufbahn des Asteroiden befindet sich zwischen Mars und Jupiter; für einen Umlauf um unsere Sonne benötigt er knapp 4 Jahre. Aktuell befindet sich „Franzthaler" aus Sicht der Erde nahe der Sonne, sodass er erst wieder im Sommer am Nachthimmel zu sehen sein wird. Allerdings bedarf es dafür größerer Teleskope, da er für das bloße Auge zu lichtschwach ist.
 
Es steht aber außer Frage, dass Franz Thaler beim nächsten Blick zu den Sternen für immer unvergessen bleiben wird.


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