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Mittwoch, 03. Februar 2021

Der Sternenhimmel im Februar 2021

Für Südtiroler Sterngucker kann der Ort der Beobachtung den Unterschied zwischen einem entspannten Abend und einem Kampf gegen die Kälte ausmachen. Der Februar ist im Allgemeinen der zweitkälteste Monat des Jahres der Provinz Bozen. Wer also den Himmel von den Talferwiesen in Bozen aus beobachtet, kann mit einer durchschnittlichen Minimaltemperatur von -1,2 Grad Celsius rechnen. Wer aber von Prettau im Ahrntal aus den Himmel beobachten möchte, sollte sich warm anziehen. Die seit 1979 regelmäßig gemessenen Minimaltemperaturen ergeben einen Durchschnittswert von -8,7 Grad, gut 7,5 Grad niedriger als in der Hauptstadt.

Der Himmel im Februar wird weiterhin von den typischen Wintersternbildern Stier, Orion, Großer Wagen, Zwillinge, Kleiner Wagen und Fuhrmann dominiert. Die α-Sterne, d.h. die hellsten jeder dieser Konstellationen (außer der Orion), bilden das sogenannte Wintersechseck: Die Sterne, die es ausmachen, sind Aldebaran, Rigel, Sirius, Prokyon, Pollux und Capella.

Das Sternbild Orion ist das hellste und am leichtesten erkennbare des gesamten Himmelsgewölbe: Es ähnelt einer Sanduhr oder einem Schmetterling. Die drei Sterne, die den sogenannten Gürtel des Orion bilden, überragen den gleichnamigen Nebel, auch M42 genannt. Der Orionnebel ist eines der am meisten beobachteten Deep-Sky-Objekte und ist schon mit bloßem Auge von einem einigermaßen dunklen Standort aus sichtbar, er erinnert an eine Schneeflocke zwischen den Sternen. Es mag weit hergeholt erscheinen, aber M42 ist eine Sternen-Kinderstube, in der sich Hunderte und Aberhunderte von Sternen aus einer riesigen Gaswolke bilden.
 
 
BEOBACHTUNSTIPP: Halten Sie im Laufe des Monats einfach nach den drei Sternen im Gürtel des Orion Ausschau, um den M42-Nebel zu finden. Nehmen Sie als Bezugspunkt den zentralen Stern der drei und gehen Sie eine Strecke nach unten, die der Breite des Gürtels selbst entspricht. Sie sollten einige schwache Sterne sehen, die von einem weißlichen Halo umgeben sind. Aus der Ferne lässt sich der Nebel leichter beobachten, aber am besten geht es mit einem Fernglas oder einem kleinen Teleskop.
 
 

Planeten im Fadenkreuz

Dieser Monat ist, was die Planeten betrifft, sehr ruhig. Die einzigen beiden, die mit bloßem Auge sichtbar sind, sind der flüchtige Merkur und der rötliche Mars.

In der ersten Hälfte des Monats können Sie versuchen, Merkur im Schein des Sonnenuntergangs zu entdecken, allerdings nähert sich der kleinste Planet im Sonnensystem schnell der Sonne, so dass er bald nicht mehr zu erkennen ist. Erst in der zweiten Februarhälfte wird Merkur an unserem Stern vorbeigezogen sein, um bei Sonnenaufgang wieder sichtbar zu werden, mit dem besten Tag am Freitag, dem 26. Februar, wenn er 70 Minuten vor der Sonne aufgeht.

Wir möchten betonen, dass Merkur der am schwersten zu beobachtende Planeten von allen ist, da er - als innerster Planet - immer nahe an der Sonne steht.

Der andere Planet mit einer guten Sichtbarkeit ist Mars, der bei Sonnenuntergang in südöstlicher Richtung zu beobachten sein wird. Während des ersten Teils der Nacht wird er sich westwärts bewegen und in den mittleren Stunden der Nacht langsam untergehen.
 

BEOBACHTUNGSTIPP: Nach Sonnenuntergang können Sie Mars in Richtung Südwesten beobachten. Der rote Planet sollte am 18. Februar um die Abendzeit vom amerikanischen Rover Perseverance erreicht werden. Um 18 Uhr bietet das Planetarium Südtirol ein Streaming mit dem Astronomen Luca Ciprari an, das ganz im Zeichen dieser wichtigen NASA-Mission steht.

 

Beobachtung der ISS

Die Internationale Raumstation wird derzeit von 7 Astronauten der Expeditionscrew 63 und 64 bewohnt, genauer gesagt von einem Japaner, zwei Russen und vier Amerikanern: Das klingt wie der Anfang eines Witzes, ist aber stattdessen eine schöne Realität der wissenschaftlichen Zusammenarbeit ohne Grenzen.

Wenn es keine Änderungen in letzter Minute gibt, wird die ISS fast jeden Tag im Monat zu sehen sein. Vom 1. bis 8. Februar gegen 18 Uhr, aber sehr tief am Horizont. Vom 19. bis 28. Februar mit einer viel besseren Höhe am Horizont, aber zu einem späteren Zeitpunkt.

BEOBACHTUNGSTIPP: Wenn Sie es gewohnt sind, in den frühen Morgenstunden zu arbeiten oder Frühaufsteher sind, ist der beste Tag, um  die ISS zu beobachten, der 27. Februar um 04:49 Uhr, wie auf dem folgenden Bild zu sehen ist (berechnet für die Stadt Bozen). Die Raumstation wird allmählich in einer Höhe von etwa 48 Grad am Horizont, zwischen den Sternbildern Drache, Schwan und Kepheus erscheinen, um nach 4 Minuten und 40 Sekunden in ost-nordöstlicher Richtung unterzugehen. Um die anderen Passagen zu berechnen, können Sie die folgende Seite besuchen.

Credits: IAU, Sky & Telescope, NASA, ESA, M. Robberto, Heavens above, Elon (via Wikipedia), ESADLRFU Berlin.